AMPlify Expertise: Wenn Know-how plötzlich flexibel wird
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Von der Forschung in die Umsetzung – das ist der gemeinsame Nenner von Michael Berer und Tanja Stiller, den Gründer:innen von AMPlifyExpertise. Und es ist keine typische Startup‑Story nach dem Motto „Ich wollte schon immer gründen“. Ganz im Gegenteil.
Michael spielte schon länger mit dem Gedanken an die Selbstständigkeit. Tanja hingegen hatte „Startup gründen“ nie auf ihrer persönlichen To‑do‑Liste.
„Aber“, sagt sie, „das Leben läuft selten nach Plan.“
Was beide vereint: eine tiefe Leidenschaft für Kunststofftechnik, additive Fertigung – und der Wunsch, dass gute Ideen nicht in Projektberichten enden, sondern in der Industrie ankommen.
Von der „falschen Seite“ der Projekte
In ihren früheren Rollen waren Michael und Tanja vielfach dort tätig, wo Innovationen entstehen: in der Forschung. Ihr Auftrag war klar – Projektergebnisse sollten in Unternehmen überführt werden.
In der Praxis scheiterte das jedoch immer wieder. Nicht aus Mangel an Ideen, sondern aus ganz anderen Gründen: fehlendes Personal, zu wenig Zeit, fehlendes Spezialwissen.
„Sehr oft scheitert Innovation nicht an der Technologie, sondern an den Ressourcen“, bringt es Michael auf den Punkt.
Und genau an dieser Stelle setzt AMPlifyExpertise an.
Was macht AMPlifyExpertise eigentlich?
Kurz gesagt: AMPlifyExpertise verleiht Know-how. Aber nicht beliebig – sondern gezielt, projektbezogen und genau so lange, wie es gebraucht wird. Unternehmen können Fachwissen und Umsetzungskompetenz in den Bereichen Kunststofftechnologie und additive Fertigung flexibel „leasen“. Ohne Fixanstellung. Ohne langfristige Bindung. Dafür mit maximaler Expertise.
„Viele Firmen brauchen keine Vollzeitkraft, sondern jemanden für ein konkretes Thema“, erklärt Tanja. „Genau diese Lücke schließen wir.“
Kunststofftechnik & Know-how‑Leasing – passt das zusammen?
Mehr als man denkt. Gerade in der Kunststoffbranche wird qualifiziertes Personal immer knapper. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Materialien, Prozesse und Nachhaltigkeit. Outsourcing ist nicht immer gewünscht, interne Ressourcen reichen oft nicht aus – und Projekte bleiben liegen.
AMPlifyExpertise bietet hier eine Zwischenlösung: externes Fachwissen, das sich wie internes anfühlt. Pragmatisch. Umsetzungsorientiert. Zeitlich begrenzt.
Nachhaltigkeit beginnt bei der richtigen Entscheidung
Für Michael und Tanja ist Nachhaltigkeit kein Marketingbegriff, sondern Teil des Geschäftsmodells – auf mehreren Ebenen.
Technologisch: Der Einsatz von Kunststoffen soll durch passende Technologien optimiert werden. Gleichzeitig arbeitet AMPlifyExpertise an nachhaltigen Materialien für die additive Fertigung.
Ökonomisch: Nicht jede Rolle muss dauerhaft besetzt sein. Temporär eingesetzte Expertise spart Ressourcen – finanziell und organisatorisch.
„Gerade mit Blick auf steigende Kosten in Europa wird dieses Modell immer relevanter“, sagt Michael.
Struktur statt Bauchgefühl – die Rolle des ZAT Leoben
Begleitet wurde der Weg von AMPlifyExpertise durch das ZAT Leoben und der Green Startupmark – zunächst im Startup Combo Programm, später bei Green Incubees.
Der Businessplan zwang dazu, das Vorhaben von Anfang bis Ende durchzudenken. „Vor allem wurde uns klar, was wir nicht machen wollen“, erinnert sich Tanja. Im Anschluss sorgten Coachings in Marketing und Finanzplanung für Feinschliff – und für Werkzeuge, die auch langfristig nutzbar bleiben.
Die größte Herausforderung? Man selbst.
Rückblickend war nicht der formale Gründungsprozess die größte Hürde. Es waren die eigenen Gedanken. Nicht zu euphorisch sein. Nicht den Mut verlieren. Zwischen Motivation und Realität das richtige Gleichgewicht finden.
„Und dann kommt der Moment, in dem Umsatz nicht mehr nur im Businessplan steht, sondern wirklich erwirtschaftet werden muss“, sagt Michael. „Das ist spannend – und lehrreich.“
Forschung auf die Straße bringen
Die Motivation der beiden ist dabei klar: Tanja will ausloten, was mit Kunststoffen technisch noch möglich ist – und aktiv daran mitarbeiten. Michael möchte sicherstellen, dass Erkenntnisse aus jahrelanger Forschung nicht in Schubladen verschwinden, sondern tatsächlich angewendet werden.
„Wissen entfaltet nur dann Wirkung, wenn es genutzt wird.“
Wie geht es weiter?
Der nächste Schritt: Sichtbarkeit. Unternehmen sollen besser verstehen, welchen Mehrwert flexibles Know-how bieten kann – auch wenn neue Modelle anfangs Skepsis auslösen.
Parallel investiert AMPlifyExpertise Zeit in die eigene Materialentwicklung für die additive Fertigung. Langfristig ist Wachstum geplant – nicht um jeden Preis, sondern mit dem Ziel, noch mehr Expertise nach außen zu tragen.





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