Vom Forschungsprojekt zum Climate-Tech-Spin-off: Im Gespräch mit Cairos
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Wie wird aus jahrelanger Forschung ein Unternehmen mit echtem Impact? Wir haben mit Martin Peham und Andi Krammer, den Köpfen hinter Cairos, gesprochen – einem Green Startupmark Team, das aktuell den Schritt vom Uni-Labor in den industriellen Maßstab wagt.

Was macht Cairos eigentlich?
Europa ist stark abhängig von fossilem Erdgas – teuer, klimaschädlich und geopolitisch riskant. Cairos setzt genau hier an. Ihre Methanisierungstechnologie verwandelt:
Überschussstrom aus PV & Wind
Biomassereststoffe & Biogas in erneuerbares Gas mit Erdgasqualität (CH₄).
Dabei wird das im Biogas enthaltene CO₂ mit erneuerbarem Wasserstoff (H₂) zu Methan umgewandelt. Das Ergebnis: Energie wird speicherbar, Energie wird transportierbar und Nutzung bestehender Infrastruktur ist möglich.
Ein industrieller Kohlenstoffkreislauf entsteht – ohne zusätzliche CO₂-Emissionen.
Warum ist das so wichtig?
Erneuerbarer Strom ist oft dann verfügbar, wenn wir ihn gerade nicht brauchen – oder eben nicht, wenn wir ihn dringend benötigen.
Cairos löst dieses saisonale Mismatch: Überschussstrom wird in Gas umgewandelt und kann später wieder verstromt oder direkt industriell genutzt werden.
Für die Gründer bedeutet Nachhaltigkeit:
Weniger fossiles Gas
Mehr erneuerbare Wertschöpfung in Europa
Energieunabhängigkeit
Lokale Arbeitsplätze
Allein 2025 flossen rund 20 Milliarden Euro für fossiles Gas nach Russland – Geld, das Europa besser in eigene Energieinfrastruktur investieren sollte.
Die größte Herausforderung
Der richtige Markt. Die richtige Anwendung. Und ein Business Case, der selbst bei konservativen Annahmen ein „No-Brainer“ ist.
Die erste industrielle Anlage im großen Maßstab umzusetzen – das ist aktuell der „Endgegner“.
Wie hat das ZAT geholfen?
Als PhD-Student dachte Martin vor allem an Effizienz und technische Optimierung. Durch die Programme Startup Combo und Green Incubees wurde klar:
Eine Technologie ist nur dann erfolgreich, wenn sie wirtschaftlich funktioniert.
Die Programme halfen beim Perspektivenwechsel – vom Forscher-Mindset zum Gründer-Mindset. Mit Struktur, Feedback, Moral-Boost und einem klaren Fahrplan zur Gründung.
Was kommt als Nächstes?
Eine 200 kW-Pilotanlage läuft aktuell an einer Biogasanlage in Bruck/Leitha.
In den nächsten 9 Monaten soll die erste MW-Anlage mit einem Pilotkunden starten.
Langfristig will Cairos die führende Methanisierungslösung im MW-Maßstab anbieten – für Biogasanlagen, Biomassevergasung, Pyrolyseanlagen oder Kläranlagen.
Die Vision
„Es ist physikalisch notwendig, erneuerbaren Strom chemisch zu speichern.“
CH₄ ist dabei der etablierteste Energieträger für Speicherung, Transport und Nutzung.Wenn erneuerbares Gas mit fossilem Erdgas konkurrenzfähig wird, kann das Energiesystem grundlegend transformiert werden.
Cairos arbeitet genau daran.
Cairos wurde durch Programme aus der Green Startupmark unterstützt, welche durch den Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union kofinanziert wurden.





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