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PolyDecypher - Wenn Kunststoffdaten plötzlich sprechen lernen

Aktualisiert: vor 7 Tagen


Von der Laborbank ins Unternehmertum – das ist die Reise von Mario Messiha, Gründer von PolyDecypher. Und es ist keine klassische Gründungsstory à la „Ich wollte schon immer mein eigener Chef sein“. Ganz im Gegenteil.

„Gründen wollte ich eigentlich nie“, sagt Mario offen. „Ich war der Typ sicherer Job, saubere Wissenschaft.“

Nach dem Doktorat an der Montanuni Leoben und rund 8 Jahren Forschung am PCCL (Polymer Competence Center Leoben) schien die Richtung vorgegeben – bis Krisen wie Corona und der Ukrainekrieg plötzlich alles veränderten: Budgets schrumpften, Anforderungen wuchsen, Datenberge explodierten.

Und dann kam der Gamechanger: Data Science & MLOps Engineering an der Sorbonne. Was als persönliche Weiterbildung begann, wurde zur Initialzündung für eine Idee, die heute PolyDecypher heißt.


Was macht PolyDecypher eigentlich?

Kurz gesagt: PolyDecypher macht Polymerdaten smart nutzbar. Aber nicht einfach „etwas hübscher“ – sondern so, dass sich völlig neue Zusammenhänge auftun. Und das Beste? Die Daten dafür existieren längst in den Unternehmen – seit Jahrzehnten. Nur wurden sie bisher nicht verknüpft.


Mario erklärt:

„Ein IR-Spektrum wird ‘chemisch’ interpretiert, ein Zugversuch ‘mechanisch’. Aber eigentlich hängt das alles zusammen. Unsere Software legt diese Daten nicht nebeneinander ab, sondern übereinander.“

Das Ergebnis: Versteckte Muster werden sichtbar, Prozesse transparenter, Werkstoffe kalkulierbarer – und ganz neue Potenziale freigelegt.


Kunststofftechnik trifft Data Science – passt das überhaupt zusammen?

Oh ja – theoretisch perfekt, praktisch jedoch herausfordernd. Denn Materialdaten sind komplex und brauchen fachliches Verständnis. Ein schönes Modell mit unsinnigem Output bringt niemandem was.

„Ohne Polymerwissen bleiben Kennwerte nur Zahlen. Ohne Data Science bleiben die Daten ungenutzt. Wir bringen beides zusammen – mit dem Ziel, echte Erkenntnisse aus vorhandenen Daten zu generieren.“

Und was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?

Sehr viel. PolyDecypher spart Ressourcen, ohne an Qualität einzubüßen. Weniger Ausschuss, weniger unnötige Tests, weniger Energieeinsatz. Gerade im Umgang mit Rezyklaten liefert die Lösung einen echten Mehrwert: Risiken besser einschätzen, Lebensdauerprognosen verbessern, Vertrauen in recycelte Materialien stärken.

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist PolyDecypher.“

Wie hat dich das ZAT Leoben begleitet?

Ziemlich entscheidend, meint Mario.

„Im Startup Combo Programm hat sich unser Businessplan zum ersten Mal wirklich herauskristallisiert. Und im Green Incubees Programm haben wir durch das Netzwerk und die richtigen Kontakte den Feinschliff bekommen.“

Was war bisher deine größte Herausforderung auf dem Weg zur Gründung?

Ganz klar: Mindset-Shift. Vom sicheren Angestellten zum Startup-Gründer. Von „ich löse technische Probleme“ zu „ich baue ein Produkt und ein Unternehmen“. Und die damit verbundenen finanziellen und emotionalen Ups and Downs.


Was kommt als Nächstes?

Bis Ende 2026 wird die PolyDecypher-Lösung weiterentwickelt und optimiert. Dabei sind Pilotpartner herzlich willkommen, um gemeinsam den nächsten Innovationsschritt zu gehen.

Ab 2027 startet dann das volle Marketing- und Vertriebspaket – zuerst im DACH-Raum, dann europaweit.


Und was motiviert dich, diesen Weg zu gehen?

„Ich bin ein gläubiger Mensch. Ich vertraue darauf, dass Gott Gelingen gibt, wenn man ehrlich und hart arbeitet. Und sollte es doch nicht klappen, war die Erfahrung ein Gewinn – ganz ehrlich, CEO im Lebenslauf klingt auch ziemlich nice.“


Du willst mehr über PolyDecypher erfahren oder Pilotpartner werden? Dann melde dich direkt bei uns oder schreib Mario – vielleicht könnt ihr gemeinsam neue Perspektiven auf eure Daten entdecken.



Polydecypher wurde durch Programme aus der Green Startupmark unterstützt, welche durch den Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union kofinanziert wurden.




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